Interview mit Marc Wick von GeoNames
Diesen Monat haben wir ein Interview mit Marc Wick von GeoNames, ein Projekt das wir seit kurzem auch als Sponsoren unterstützen.
Hallo Marc. Kannst du unseren Lesern kurz erklären was GeoNames ist?
GeoNames ist eine globale geographische Datenbank, die man kostenlos herunterladen kann. Die Datenbank enthält 7.5 Mio Einträge von Städten, Provinzen, Bergen, Seen, Inseln, Postleitzahlen etc. Alle Einträge haben Koordinaten und wenn möglich auch weitere Attribute wie Einwohnerzahl, Höhe über Meer, administrative Einordnung, Ortsbezeichnung in verschiedenen Sprachen oder auch die Zeitzone.
Wie entstand die Idee zu GeoNames? Wieviele Leute arbeiten an dem Dienst?
Die Idee entstand in Folge eines Projektes für Ferienwohnungen, wo wir Orte auf einer Karte einzeichnen wollten. Wir mussten dabei feststellen, dass geographische Daten in vielen Ländern von den Behörden kommerziell zu sehr hohen Preisen angeboten wurden, es aber keine kostengünstigen Alternativen gab.
GeoNames vereinigt frei verfügbare Daten aus der ganzen Welt in einer einheitlichen globalen Datenstruktur. Es arbeiten über 10000 Leute auf freiwilliger Basis daran, davon über 60 sogenannte Botschafter, die für ihr Land zuständig sind.
Wie stellt ihr sicher, dass die Informationen in euren Datenbank stimmen? Beruhen die Informationen hauptsächlich auf Angaben von Leuten vor Ort oder nutzt ihr auch andere Datensätze?
Hauptsächlich werden landes- oder themenspezifische Datensätze verwendet und in der globalen Datenbank integriert. Immer mehr Behörden erkennen, dass es eigentlich ihre Aufgabe wäre diese Daten möglichst einfach und uneingeschränkt zur Verfügung zu stellen. So haben dieses Jahr England und die Schweiz einen grossen Schritt vorwärts gemacht und bislang kostenpflichtige Daten frei zur Verfügung gestellt. Deutschland liegt da leider noch weit zurück, die meisten Daten für Deutschland in GeoNames stammen denn auch von der US Armee.
Wie wichtig geographische Daten sind konnte man diese Woche in Costa Rica sehen.
Auch Navigationssysteme verwenden geographische Daten und der Verkehr in den Städten würde erheblich einfacher und effizienter fliessen, wenn die Behörden die notwendigen Daten zur Verfügung stellen würden.
Das wäre heutzutage eigentlich ebenso wichtig, wie das Aufstellen von Verkehrsschildern.
Wer sind die Hauptnutzer von GeoNames?
Das Spektrum der Benutzer reicht von grossen Firmen wie Microsoft und Apple zu unzähligen kleinen Firmen und Projekten. Anwendungsgebiete sind vielfach Tourismus, Immobilien, Jobs oder Medien. Stark wachsen Anwendungen für Smartphones, die heute fast alle ein GPS integriert haben.
Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg weiterhin mit GeoNames!