Interview mit Dirk Rumberg von WerWieWas.de
Unser Interview des Monats April haben wir mit Dirk Rumberg geführt. Er war schon bei der Süddeutschen Zeitung auf die Entwicklung neuer Produkte spezialisiert – die erfolgreiche „SZ-Bibliothek“ hat er seinerzeit erfunden und umgesetzt. Seit ein paar Wochen ist nun das lokale Informations-Portal WerWieWas.de in einer beta-Version live.
Wir haben Dirk Rumberg, Geschäftsführer von WerWieWas.de, nach dem Konzept der Seite und dem Hintergrund der gerade gestarteten Kooperation mit Nestoria gefragt.
WerWieWas.de ist ein lokales Informations-Portal – Was heißt das konkret?
WerWieWas.de ist die Dorfkneipe des Internetzeitalters – wobei die Dorfkneipe nicht wörtlich zu nehmen ist, sondern natürlich auch die Eckkneipe in der Großstadt sein kann – oder für die, die es bildungsbürgerlicher mögen: die Agora – also der Marktplatz – der griechischen Polis. Das, was dort an Alltagskommunikation stattfand, hat in der modernen Welt keinen Ort mehr. Diese Lücke wollen wir mit WerWieWas.de als lokalem Informations-Portal schließen. Es ist unser Ziel, Nutzern erstmals flächendeckendend auch sogenannte „hyperlokale“ Informationen und Inhalte zu bieten, die unterhalb der Wahrnehmungsschwelle der traditionellen Lokalmedien liegen. Mittelfristig sollen Nutzer über WerWieWas.de an jedem Ort Deutschlands erfahren, was um sie herum passiert.
Woher kommen die Inhalte auf WerWieWas.de?
Aus drei Quellen: Von Nutzern vor Ort, aus lokal relevanten Webseiten und durch Content-Partnerschaften.
Zunächst setzen wir auf „User Generated Content“ – alle, die sich vor Ort auskennen, also lokale Experten sind, können mitmachen, lokale Geschichten von heute und früher erzählen, Neuigkeiten bekannt geben, Termine veröffentlichen, Geschäfte, Restaurants oder Spielplätze empfehlen. Das geht alles sehr unkompliziert, indem man in Karten Orts-Pins setzt und dort posted, was einen vor Ort bewegt.
Die von Nutzern erstellten Beiträge werden durch Informationen aus ausgewählten lokalen Internetseiten, dem örtlichen Branchenbuch und durch Kooperationen mit Content-Partnern wie nestoria ergänzt.
Welche Ziele verfolgen Sie?
Zunächst konzentrieren wir uns ganz auf die Nutzer und möchten WerWieWas.de in den kommenden ein bis zwei Jahren deutschlandweit als umfassendes lokales Informations- und Mitmach-Portal etablieren. Im zweiten Schritt werden wir dann die einzelnen lokalen Angebote bei den regionalen mittelständischen Gewerbetreibenden vermarkten. Wir sind überzeugt, dass sich die vernetzte digitale Vermarktung auch hyperlokal durchsetzen wird und sich Service-Angebote auch direkt an die Laufkundschaft am Ort bringen lassen. Dass solche Geschäftsmodelle funktionieren, beweist zum Beispiel topix in den USA.
Warum sind Immobilieninhalte für WerWieWas.de interessant?
Unsere Nutzer wollen wissen, was um sie herum passiert. Und da ist es dann einfach auch spannend zu sehen: Wer zieht weg? Wo wird eine Wohnung oder ein Haus frei? Gerade in Großstädten wie München sind außerdem viele Menschen latent ständig auf Wohnungssuche. Wenn der Leidensdruck nicht zu groß ist, dann gehen sie aber nicht auf Immobilien-Portale oder lesen gar den Immobilien-Teil einer Zeitung. Sie bleiben jedoch vor den Schaufenstern der örtlichen Sparkasse stehen oder sehen eben zum Beispiel bei uns – sozusagen im virtuellen Vorübergehen – die Angebote in ihrer Nachbarschaft – und das direkt auf einer Karte verortet.
Wie können Nestoria und seine Partner von Ihrem Portal profitieren?
Der entscheidende Punkt ist wohl: Bei uns sehen auch Menschen diese Angebote, die eigentlich gar nicht auf Wohnungssuche sind – zumindest nicht aktiv. Aber wenn sie auf der Suche nach einer Veranstaltung, der neuesten Neuigkeit in ihrem Stadtviertel – oder auf der Suche nach einem empfehlenswerten Bäcker ohnehin auf unserer Seite sind, und dann lesen „zu vermieten“ oder „zu verkaufen“, da werden manche aus Neugier klicken. Menschen, die gezielt auf Wohnungssuche sind, haben den Vorteil, dass sie sich auf WerWieWas.de schnell und umfassend darüber informieren können, was in der Umgebung ihrer potenziell neuen Behausung sonst noch passiert.
Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit WerWieWas.de!