Google Map Maker
Wer Google Maps viel benutzt hat es wahrscheinlich selber schon erlebt: Man sucht nach einem Geschäft in der Umgebung, z.b. nach einem Supermarkt, und wenn man dort ankommt existiert der Laden nicht mehr. Oder man hat sich extra eine gute Route zum Ziel im Vorfeld recherchiert und es stellt sich heraus, dass das was auf Google Maps aussieht wie eine Landstrasse ist in Wirklichkeit ein Feldweg. Selbst Grenzverläufe sind, wie vor kurzem berichtet, nicht unbedingt zuverlässig
Es ist nicht schwer sich vorzustellen woran das liegt: Die enorme Masse an Daten ist selbst für einen riesigen Apparat wie Google nur schwer aktuell zu halten. Deswegen ist OpenStreetMap gerade was Lokaldaten und Aktualität und Korrektheit der Daten angeht nur schwer zu schlagen. Schliesslich sind im Idealfall, in Ländern in denen es viele aktive "Mapper" gibt, hunderte von Leuten vor Ort die sich um die Pflege der datenbank kümmern.
Der Vorteil dieses Systems ist auch Google bewusst. In 183 Ländern können Nutzer mithilfe von Map Maker Karten bearbeiten und Informationen hinzufügen. Es handelt sich dabei vor allem um kleinere und / oder nicht-westliche Länder, weswegen bis vor kurzem wahrscheinlich die wenigsten leute jemals von dem Tool gehört haben. Seit diesem Monat jedoch ist Map Maker auch in den USA verfügbar.
Laut Google haben inzwischen dank Map Maker 30% aller Leute eine detaillierte Online-Karte ihrer Umgebung.
Auf Map Maker Pulse kann man live und animiert mit Google Earth sehen, wo neue Informationen hinzugefügt werden, macht mehr Spass als man denken sollte!
Die Tatsache dass OpenStreetMap ein Open Source Projekt ist, was bedeutet, dass die Daten am Ende allen gehören, wohingegen Google nach wie vor die Rechte an ihren Karten behalten sollte an dieser Stelle nochmal betont werden. Nichtsdestotrotz denke ich es kann kein Fehler sein, wenn dieses Projekt bedeutet, dass mehr Menschen auf der Welt Zugang zu besseren Karten haben. OpenStreetMap erreicht nicht alle Menschen, einem kommerziellen Unternehmen wie Google fällt dies natürlich einfacher, wenn ein (finanzielles) Eigeninteresse solche Projekte rechtfertigen kann. Oder kurz gesagt: besser Google als gar nichts.
Noch kann Map Maker in Deutschland genutzt werden, und angesichts der fast perfekten Abdeckung durch OpenStreetMaps wage ich auch zu bezweifeln, dass es Sinn machen würde.
