They Draw and They Travel widmet sich handgezeichneten Karten aus der ganzen Welt. Dabei geht es nicht unbedingt um Genauigkeit oder Vollständigkeit. Die Karten stellen über die geographische Information hinaus eine Form von Psychogeographie dar, die Ort mit Stimmung, Eindruck, Emotionen verbindet.
Ähnlich ist es auch in der Flickr Gruppe From Memory, in der es darum geht nicht nur geographische sondern auch abstraktere Karten aus dem Gedächtnis zu zeichnen. Von Asien über den Querschnitt eines Hundes bis hin zum “Kunst-Virus” ist alles dabei
Mal wieder ein schönes Fundstück im Bereich Karten-Mashups (via Google Maps Mania):
NahverkehrsKarte.de zeigt Zug für Zug die Aktivität im Nahverkehr in und um Stuttgart an. Jedes der animierten Symbole steht für eine Zug der in diesem Moment unterwegs ist. Wenn man auf eine Station klickt erhält man weitere Informationen zu Linien die dort halten, bei Klick auf einen Zug wird die nächste Haltestelle angezeigt.
Nicht nur nützlich, sondern auch ganz schön beeindruckend wie viele Züge gleichzeitig unterwegs sind!
Dass Google Maps nicht unfehlbar ist haben wir an anderer Stelle ja schon festgestellt, brenzliger wird das allerdngs wenn es nicht nur um Dörfer sondern um umstrittene Landesgrenzen geht.
Bisher war es mir neu, dass Deutschland einen Disput mit den Niederlanden über den Grenzverlauf hat, aber man lernt ja nie aus. Konkret handelt es sich um das Gebiet in Ostfriesland wo die Ems in das Meer fliesst, den Ems-Dollart. Währen Deutschland den Grenzverlauf direkt an der Niederländischen Küste sieht, sind die Niederlande der Meinung sie verlaufe weiter östlich, näher am deutschen Festland.
Diese seit Jahrhunderten bestehende Meinungsverschiedenheit ist nach wie vor ungeklärt, verschiedene Verträge regeln jedoch die praktischen Angelegenheiten in Bezug auf Schiffahrt und Fischerei seit den 60er Jahren.Wirft man allerdings einen Blick auf Google Maps erscheint es, als hätte die Firma ihre ganz eigene Meinung zu der Sache. Hier verläuft die niederländische Grenze innerhalb des Emdener Hafens, was deutschen Schiffsverkehr erheblich beeinträchtigen würde!
Woher diese Interpretation stammt ist nicht bekannt. Es gab laut Strange Maps von Seiten der Emdener Behörden bereits mehrere Anfragen an Google den Fehler zu korrigieren, bisher hat sich aber nichts geändert. Ein Grund hierfür könnte sein, dass es keinen richtigen Verlauf gibt, und man sich so entweder für eine Seite entscheiden oder eine neue Darstellungsweise finden müsste
Die Universität von North Carolina hat eine Methode entwickelt um 3D Modelle aus Flickr Fotos zu erstellen.
Abgesehen davon, dass sie dafür Bilder nutzen die von normalen Nutzern geschossen wurden ist das besondere dabei auch, dass ein normaler Computer nur einen Tag braucht um das Modell zu generieren.
Demonstriert wird das ganze an Rom und später im Video auch Berlin
Das bedeutet, das diese Methode potentiell für Internetnutzer im Alltag zugänglich gemacht und genutzt werden könnte. Es ist interessant zu sehen, wie viele Fotos in die Modelle einfliessen und wie detailliert die Ergebnisse sind. Alleine auf Flickr existieren von bestimmten Attraktionen so viele Bilder aus allen erdenklichen Perspektiven, dass so etwas überhaupt Möglich ist. Crowdsourcing mal anders!
Was wäre wenn alle Länder der Welt Länder tauschen würden, so dass diejenigen mit der grössten Bevölkerungszahl die grösste Fläche belegen, die zweiten die zweitgrösste Fläche usw.?
Wer jetzt denkt: “Nomsa, ich glaube das wäre sehr verwirrend!” hat recht. Es ist sehr verwirrend. Hier der Beweis:
(hier in Originalgröße)
Aber die Idee ist ja auch nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern auf dem von reddit Nutzer JPalmz, der auch die Karte gemacht hat.
Interessant ist, dass die USA als drittgrößtes Land mit der drittgrössten Bevölkerung und Brasilien als fünftgrösstes Land mit der, ja genau, fünftgrössten Bevölkerung die einzigen beiden Länder sind die bleiben würden wo sie sind.
Kanada hingegen müsste Platz machen für Indien, die Bevölkerung von Pakistan würde sich über den erheblichen Zugewinn an Fläche freuen weil sie Australien für sich hätten, während Australien sich mit Spanien begnügen müsste.
Grossbritannien müsste die Insel Tunesien überlassen und es sich stattdessen in Niger gemütlich machen. Die Weinberge Frankreichs würden Malaysier beglücken und Franzosen fänden sich in Peru wieder, Italien wäre Nachbar vom Iraq in Angola.
Und Deutschland? Nun, wir müssten unsere alte Heimat zwar Kazachstan überlassen, würden dafür aber Saudi Arabien bekommen! Wüste, Sand, Kamele … Öl…
Ich würde sagen es gibt Schlimmeres!
Weitere Erläuterungen bei Strangemaps
Eine schönes Beispiel dafür was man mit neuer Technologie so alles anstellen kann ist das Google Chrome Experiment The Wilderness Downtown von Chris Milk.
Dafür braucht man zunächst den Google Chrome Browser. Dann gibt man eine Adresse ein, am besten die Adresse des Hauses in den man aufgewachsen ist. Da der Spaß jedoch nur mit Street View richtig funktioniert und es für deutsche Adressen noch kein Street View gibt darf es auch eine andere Adresse sein, z.B. die unseres Büros in London.
Was einen dann erwartet ist eine Mischung aus Musikvideo für das Lied “We Used To Wait” von Arcade Fire und interaktivem Film. Ich habe zwar versucht das in einem Bildschirmfoto einzufangen, aber ich muss sagen das wird dem nicht wirklich gerecht… also am besten selber ausprobieren!
Natürlich handelt es sich hier deutlich um ein Experiment, ich finde aber es macht Lust auf mehr. Es gibt viele Wege die neuen Möglichkeiten für verschiedene Projekte zu nutzen und andere werden bestimmt bald folgen!
Mehr Infos zu den den technischen Details dieses Experiments gibt es hier.
In Deutschland findet ja grade eine heftige Debatte über Google Street View statt. Egal wie man nun zu dem Thema steht, viele von uns haben Spass daran ferne und fremde Orte von zu Hause aus fast lebensecht zu erleben.
Ein wirklich sehr gute Idee mit gelungener Umsetzung ist Tours from Above. Auf dieser Seite kann man geo-referenzierte, hochauflösende Panoramas aus aller Welt finden und betrachten.
Dabei geht es um große Zusammenhänge, so dass eine Diskussion über Privatsphäre gar nicht erst ins Spiel kommt. Nach und nach werden weitere Orte ergänzt, leider findet sich im Moment noch kein deutsches Panorama. Dafür sind die, die da sind umso beeindruckender. Zum Beispiel der New Yorker Central Park im Herbst: Oder auch ländliche, weniger dicht besiedelte Gebiete wie die Victoria Fälle in Zimbabwe. Was auf Google Maps so aussieht (und in Streetview auch noch gar nicht erfasst ist):Ist als Panorama-Ansicht dann doch lebensnaher und beeindruckender:
Viele weitere Panoramas finden sich auf der Webseite.
Manchmal ist es eben wesentlich interessanter weit raus, statt ganz nah ran zu zoomen…
Viele kennen wahrscheinlich schon die TED Präsentation von Hans Rosling, einer der beeindruckendsten Vorträge wenn es um Informationsvisualisierung geht. Für alle die das Video noch nicht gesehen haben:
Die Neuigkeit allerdings ist: Das Programm das er für diese unglaublichen Visualisierungen benutzt ist jetzt für jeden zum herunterladen verfügbar! Unter gapminder.org konnte man schon vorher online selber mit den Daten spielen, jetzt kann man sich das ganze auch auf dem eigenen Rechner installieren (OS X und Windows)
Eine nette Beschäftigung für’s Wochenende!
Ich berichte ja hier gerne über alle möglichen Google Maps Mashups, zum Wochenende der ultimative Tip zu den Thema: Google Maps hat zum 5. Geburtstag der Google Maps API, die den ganzen Spass erst möglich macht, einen Google Maps Mashup Mashup veröffentlicht!
Dabei handelt es sich um eine Google Map auf der Mashups aus aller Welt gesammelt werden. Jeder der möchte kann sein Projekt eintragen, und alle die auf der Suche nach mehr Spass mit Karten sind können die Sammlung nach Themen (oder natürlich geographisch) durchstöbern.
In der Kategorie “Real Estate” oder Immobilien herrscht zumindest für Deutschland allerdings gähnende Leere - eine gute Gelegenheit auf unsere offene und kostenlose API hinzuweisen, die sich auch wunderbar mit der Google Maps API verbinden lässt…
Mein Lieblingsfundstück der Woche und ein passender Einstieg ins Wochenende ist Mapnificent.
Stefan Wehrmeyer hat eine interaktive Karte gebaut, auf der dargestellt wird, welche Orte man innerhalb einer bestimmten Zeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann. Wir hatten mit Wo soll ich hinziehen vor einiger Zeit eine ähnliche Idee, bei der es aber vor allem um Reisezeiten im Zusammenhang mit potentiellen Wohnorten ging.
Mapnificent setzt den visuellen Aspekt fantastisch um. Die Karte sieht aber nicht nur schön aus (man kann u.a. zwischen farbig und hell/dunkel auswählen), sondern schafft es auch den wichtigsten Punkt zu erfüllen - dass man auf einen Blick sieht wohin man innerhalb der gewählten Zeit reisen kann.
Im Moment funktioniert Mapnificent für Berlin (alle öffentlichen Verkehrsmittel) und London (Nachtbusse), wo im Nachtmodus die Busverbindungen Licht ins Dunkle bringen.
In der Galerie ein paar weitere Bilder.