Wie immer sponsern wir auch dieses Jahr wieder gerne die State of the Map EU Konferenz, die diesmal in Wien stattfindet.
Vom 15. - 17. Juli geht es um alle Themen rund um Open Street Map. Wir hoffen, dass einige unserer Teammitglieder auch dieses Jahr dabei sein werden, so dass wir anschliessend von der Veranstaltung berichten können.
Allen die noch nie auf einer SOTM waren und mit dem Gedanken spielen: auf nach Wien!
Unser letztes Interview 2010 haben wir mit Stefan Wehrmeyer geführt. Er ist Entwickler der Seite Mapnificent, über die wir hier im Blog schon berichtet haben.
Hallo Stefan. Kannst Du unseren Nutzern kurz erklären was Mapnificent ist und wie Du auf die Idee gekommen bist die Seite zu machen?
Mapnificent zeigt einem auf einer Karte alle Orte, die man mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln in einer bestimmten Zeit erreichen kann. Mapnificent gibt es für viele Städte in den USA und weltweit, leider sind in Europa momentan nur London und Berlin verfügbar. Inspiriert ist Mapnificent von Mapumental, die eine solche Anwendung für ganz Großbritannien veröffentlichen wollen, leider aber immer noch in private beta sind.
Du nutzt für Mapnificent Google Maps. Nestoria ist ein großer Fan von OpenStreetMap - gab es Überlegungen OSM für Dein Projekt zu nutzen, warum hast du dich für Google Maps entschieden?
Die Google Maps API ist sehr gut dokumentiert, lädt schnell und ich finde Googles Karten-Tiles übersichtlicher als die Standard-OSM-Tiles. Dass ich die Google API benutze, heißt aber nicht, dass man Mapnificent nicht mit freiem Kartenmaterial benutzen kann: mit einem Klick auf “OSM” oben rechts lassen sich die Tiles von OpenStreetMap laden. Ich bin ein Fan von OpenStreetMap und von dem noch sehr jungen Transiki – das ÖPNV-Äquivalent zu OSM.
Was waren die größten Herausforderungen bei der Arbeit an dem Projekt?
Am Anfang gab es zwei technische Herausforderungen: die effiziente Routen-Berechnung und die Visualisierung der Routen, beide ließen sich komplett im Browser lösen. Die momentane Herausforderung ist ungleich schwerer: mehr Städte hinzufügen. Betreiber von öffentlichen Verkehrsmitteln sind gerade in Deutschland sehr rückständig, wenn es darum geht, maschinenlesbare Daten und nicht nur PDF-Haltestellenfahrpläne mit der Öffentlichkeit zu teilen. In den USA kann man sich für alle großen Städte auf Google Maps auch für den Nahverkehr eine Route berechnen lassen kann, weil diese Städte ihre Daten zur Verfügung stellen. In Deutschland gibt es keinen mir bekannten ÖPNV-Betreiber, der seine Daten veröffentlicht. Die Nahverkehrs-Daten von Berlin musste ich selber zusammensuchen und nutze sie nur inoffiziell.
Inzwischen deckt Mapnificent 25 Städte ab und hat auch eine API. Was kann man mit der API machen?
Mit der API kann man Google Maps-Anwendungen mit einer Mapnificent-Ebene ausstatten und so zum Beispiel die Erreichbarkeit einer Gegend als Heatmap einblenden. Das kann für viele bestehende Karten-Anwendungen wie etwa die Wohnungssuche sehr nützlich sein: wo kann ich wohnen, damit ich nur 20 Minuten zur Uni brauche? Die Visualisierung einer solchen Information zusammen mit anderen Daten kann ein sehr hilfreicher Mehrwert für Nutzer sein.
Wie sehen die Zukunftspläne für Mapnificent aus? Arbeitest du weiter an der Ausdehnung des Projekts oder hast du schon etwas neues in Arbeit?
Mapnificent ist leider nur ein Nebenprojekt und die Liste neuer Ideen wird immer schwerer abzuarbeiten. Momentan schreibe ich viele Mails an ÖPNV-Betreiber mit der Bitte ihre Daten entweder überhaupt oder aber nicht nur mit Google zu teilen. Die geniale Seite GTFS-Data-Exchange sammelt diese öffentlichen Transit-Daten und ich werde helfen sie dort zu verwalten. Ich habe noch einige andere Projekte in Planung, Mapnificent wird aber nicht zu kurz kommen.
Vielen Dank für das Interview, Stefan, und weiterhin viel Erfolg mit Mapnificent!
Wie man beim OpenGeoData Blog nachlesen kann ist die neue Version des OpenStreetMap Editors Potlatch 2 jetzt live. Um die Veränderung sehen zu könen muss man sich einloggen und findet beim Tab “Edit” die Möglichkeit aus verschiedenen Editor Versionen auszuwählen.
Die Oberfläche sieht dann so aus: Wie immer ist auch diese eine Gemeinschaftarbeit und Open Source.Es ist gut zu sehen, dass sich OSM immer weiter entwickelt und auch im Bereich Nutzerfreundlichkeit einiges passiert!
TimeMap Berlin ist ein Projekt das in Kooperation zwischen alt-berlin.info, Culture to go GbR und Shoothill Ltd. entstanden ist.
Berliner Stadtpläne aus den Jahren 1869, 1926 und 1957 werden über eine aktuelle Bing Karte gelegt und können mit Hilfe des “TimeScope” eingeblendet und verschoben werden. So kann man genau sehen an welchen Stellen sich die Stadt wie verändert hat.
Hier zum Beispiel der Grosse Stern:
Alles in allem ein sehr gelungenes und spassiges Projekt mit nur einem Wehrmutstropfen: Um TimeMap zu nutzen MUSS man Silverlight installiert haben, bei mir auf dem Mac funktioniert es auch nur mit Firefox.
Open Green Map ist ein Projekt, das lokale Gemeinschaften und Initiativen unterstützen will.
Die Idee ist einfach: mit Hilfe von Google Maps und der Green Maps Oberfläche kann man eine Karte erstellen (und in die eigene Webseite einbinden) auf der örtliche Initiativen, Vereine, Parks etc. markiert werden können. Nutzer können teilnehmen und selber Punkte zur Sammlung hinzufügen. So entsteht im Idealfall eine gemeinsam gestaltete Übersicht über nachhaltige Angebote in der Nachbarschaft.
Hier zum Beispiel Berlin:
Für einige Orte gibt es auch eigene Webseiten, auf denen Vorschläge eingereicht und Kommentare oder Bewertungen abgegeben werden können, zum Beispiel open greenmap berlin, eine Seite die seit 2009 existiert.
Es gibt bereits viele Karten auf der ganzen Welt, mache davon sind sehr reich an Information. Auf jeden Fall ist es eine interessante Idee über das Internet die Auseinandersetzung mit lokalen Themen zu fördern.
Wie vielleicht manche wissen kann man auf Nestoria für manche Orte statt der Standardkarte auch Immobiliensuchen mit OpenStreetMap Karte anzeigen. Für manche Orte wie z.B. Braunschweig wird die OSM Karte sogar immer angezeigt.
Der Hauptvorteil der OSM Karten liegt darin, dass sie oft viel detailreicher sind. Allerdings ist das nicht unbedingt auch immer praktisch. Für die Immobiliensuche z.B. gite es bestimmte Dinge wie Schulen, ÖPNV oder Einkaufsmöglichkeiten die praktisch sind, andere wie z.B. Ampeln sind für die meisten Nutzer nicht so wichtig. Mit dieser Masse an Informationen wird die Karte schnell sehr vollgepackt.
Doch zum Glück gibt es Cloudmade! Mit diesem (kostenlosen) Service kann man OSM Karten einfach selber anpassen. Man kann bestimmen welche Informationen angezeigt werden sollen und auch das Design selber anpassen, so dass die Karte auch farblich in den Kontext der eigenen Seite passt. Dann kann man die so erstellte Karte per API einbinden.
An sofort haben wir bei Nestoria eine mit Hilfe von Cloudmade gestaltete OSM Karte. Diese kann man ausprobieren indem man in der URL das “www” durch “openstreetmap” ersetzt. Also z.B. statt
http://www.nestoria.de/immobilien/mieten/altstadt_stadtteil-von-dresden
http://openstreetmap.nestoria.de/immobilien/mieten/altstadt_stadtteil-von-dresden
Hier drei Bilder-Galerien mit ein paar Beispielen:
Dresden
Der Dresdner Blüherpark wird nur in OSM erfasst, man erkennt auch schön die Wege im Park. Es werden auch nahegelegene Parkplätze angezeigt. In unserer Cloudmade Version sind ausserdem ÖPNV Stationen vorhanden, allgemein wirkt das Design übersichtlicher.
Hamburg
In Hamburg sieht man am Hafen auf den Standard-OSM Karten viel mehr Details, die wir aber mit Cloudmade zu grössten Teil nicht anzeigen, da sie für unsere Zwecke nicht relevant sind. Ein paar Details wie z.B. Bahnschienen bleiben allerdings.
Stuttgart
In Stuttgart kann man gut sehen welche Fülle von Lokalinformationen OSM bietet. Dies ist zum einen möglich weil die freiwilligen Helfer auch solche Informationen eifrig sammeln,zum anderen deswegen, weil diese Leute vor Ort sind und die Informationen auf dem laufenden halten können. Das meiste davon haben wir beibehalten. Ausserdem sieht man auch viele Gebäudeumrisse und Plätze.
Einen Nachteil hat diese Umsetzung allerdings: Beim ersten Laden brauchen die Karten ein wenig länger. Dies gibt sich aber wenn die Karte erstmal imBrowsercache ist.
Wir wünschen allen Nutzern viel Spass mit den neuen Karten und ein schönes Wochenende!
Der Sommerurlaub ist jetzt für die meisten von uns leider vorbei, und manche von uns haben ihre das Jahr über angesammelte Lektüre in der freien Zeit fertig gelesen.
Wer Inspiration für neue Bücher sucht ist bei Pinbooks richtig. Pinbooks ist ein (deutsches) Mashup das Buch-Schauplätze auf Google Maps anzeigt. Dabei kann man entweder nach einem bestimmten Ort suchen, oder mit Hilfe der Karte ein wenig die Welt der Bücher erkunden.
Die Pins sind je nach Genre andersfarbig. Besonders fällt dabei auf, dass im Süden Deutschland hauptsächlich Krimis zu finden sind. Ich bin aber allgemein erstaunt, wie viele Bücher dann doch auf dem Lande spielen.
In Großbritannien sind Handlungsplätze eher dünn gesät und Krimis in der starken Überzahl, wobei das wahrscheinlich auch mit der Tatsache zusammenhängt, dass es sich um ein deutsches Projekt handelt. Die Bücher werden von der Nutzer-Community markiert, daher liegt der Fokus natürlich auf in Deutschland gelesenen Büchern.
Vielleicht eine Möglichkeit den Urlaub noch ein wenig zu verlängern, indem man ein Buch liest das am Urlaubsort spielt und so zumindest in der Fantasie zurückreisen kann?
Unter dem Namen “Dimensions” hat die BBC in Zusammenarbeit mit der Designagentur BERG gestern eine neue Webseite gestartet. Dort kann man bekannt Formen und Entfernungen per Google Maps Mashup über Orte projizieren um so eine bessere Vorstellung von den tatsächlichen Dimensionen zu bekommen.
Wenn man hört, dass der Mond einen mittleren Durchmesser von 3476km hat dann ahnt man zwar vielleicht, dass er ein ganzes Stück kleiner als die Erde ist, aber noch viel deutlicher wird das wenn man sich vor Augen führt, dass er in etwa Australien bedecken würde
Den Ölteppich im Golf hatten wir ja an anderer Stelle schonmal, nicht zu verachten ist aber auch das Ausmass des “Müllwirbels” im Nordpazifik, auch Great Pacific Garbage Patch genannt. Dort zirkelten Anfang 2008 circa 100 Millionen Tonnen Plastikmüll.
Wenn dieser Zivilisationsmüll sein Zentrum in Berlin hätte würde er sich von der Ukraine bis weit westlich von Irland und von Norwegen bis Italien ausbreiten.
Das tiefste Loch da jemals in die Erde gebohrt wurde befindet sich auf der russischen Halbinsel Kola und ist 12262 Meter tief, oder anders ausgedrückt, es geht von Stuttgart bis Filderstadt
Der Koloss von Rhodos galt in der Antike als eines der sieben Weltwunder, stürzte allerdings zwischen 227 und 223 vor Christus, rund 70 Jahre nach Fertigstellung bereits wieder ein. Eine Vorstellung von seiner Grösse kann man sich machen indem man die Spanne der Fussabdrücke mit dem Brandenburger Tor vergleicht
Viele weitere Formen und Dimensionen findet man auf der BBC Dimensions Seite.
Dass Karten nicht nur nützlich sondern auch schön sein können haben wir hier ja schon des öfteren bewiesen. Die prettymaps von Stamen Design allerdings sind so schön, dass sie eigentlich in den Bereich Kunst fallen.
prettymaps ist zusammengestellt aus Flickr Shapefiles, die geographische Gebiete mit Hilfe von geogetaggten (Gegeotaggten? Geographisch markierten?) Fotos von Flicks Nutzern eingrenzen, Urban Areas von Natural Earth, anhand derer dicht besiedelte Gebiete visualisiert werden und Strassendaten von (natürlich!) OpenStreetMap.
So entsteht eine online Karte die zunächst aussieht wie ein abstraktes Gemälde und auf jeder Zoomstufe andere Farben und Formen annimmt.
Aber das ist nicht nur schön anzusehen, sondern offenbart so auch gleichzeitig im wahrsten Sinne des Wortes vielschichtige Informationen. Diese Weltkarte zum Beispiel zeigt als weisse Schatten Orte, an denen Flickr Nutzer Fotos gemacht haben, in blau und grün sieht man Strassen aus OSM und die orangenen Punkte sind urbane Gebiete von Natural Earth.
Ich jedenfalls könnte mir gut vorstellen mir so eine Karte im Großformat an die Wand zu hängen, Popart für Kartenfans!
Weitere Infos und Details zu den verschiedenen Schichten und Formen gibt es hier.
Weil’s so schön war heute wieder mal ein Video von der TED Konferenz, wieder über Daten, diesmal aber geht es auch um Karten.
Unsere Freunde von ITO (die auch die OSM Animation Eyjafjallajökull gemacht haben) haben, wie schon berichtet, zur diesjährigen TED Konferenz eine Visualisierung für Tim Berners-Lee, den Vater des Internets, produziert, die die OSM Daten von 2009 und die von Haiti vor und nach den Erdbeben verbindet.
Tim Berners-Lee hatte vor einiger Zeit gefordert öffentliche Daten frei zugänglich zu machen und berichtete bei TED über die ersten Ergebnisse nachdem einige Regierungsstellen im letzten Jahr damit begonnen haben Daten freizugeben.
Hier das Video des Vortrags in dem der Film verwendet wurde, in dem etwa fünfminütigen Film finden sich auch noch einige andere nette Visualisierungen.
Es ist immer wieder erstaunlich was für interessante Projekte aus der Masse an Daten entstehen können die heute Dank Computerisierung zu Verfügung stehen. Dieser Vortrag zeigt, dass grade öffentliche Daten wertvoll sein können wenn sie frei zur Verfügung gestellt werden statt irgendwo auf Festplatten (oder gar in Aktenordnern!) vergessen zu werden.