Mein Lieblingsfundstück der Woche und ein passender Einstieg ins Wochenende ist Mapnificent.
Stefan Wehrmeyer hat eine interaktive Karte gebaut, auf der dargestellt wird, welche Orte man innerhalb einer bestimmten Zeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann. Wir hatten mit Wo soll ich hinziehen vor einiger Zeit eine ähnliche Idee, bei der es aber vor allem um Reisezeiten im Zusammenhang mit potentiellen Wohnorten ging.
Mapnificent setzt den visuellen Aspekt fantastisch um. Die Karte sieht aber nicht nur schön aus (man kann u.a. zwischen farbig und hell/dunkel auswählen), sondern schafft es auch den wichtigsten Punkt zu erfüllen - dass man auf einen Blick sieht wohin man innerhalb der gewählten Zeit reisen kann.
Im Moment funktioniert Mapnificent für Berlin (alle öffentlichen Verkehrsmittel) und London (Nachtbusse), wo im Nachtmodus die Busverbindungen Licht ins Dunkle bringen.
In der Galerie ein paar weitere Bilder.
Ein schönes Beispiel für die Kombination von Informationsvisualisierung und Karten ist mir vor ein paar Tagen unter die Finger (den Mauszeiger?) gekommen: Doug McCune, Data Visualization Engineer hat ein 3D Modell aus Kriminalitätsstatistiken in San Francisco gebaut. Die Daten stammen von der öffentlichen DataSF Webseite, sind also echte Daten von 2009. Allerdings wurden sie geographisch zusammengefasst und künstlerisch bearbeitet - es geht hier eher um das Konzept und ein Stück Kunst als um 100% akkurate Daten.
Geotagging (auch Georeferenzierung genannt) ist eines der Elemente das im Trend um geographische Dienste eine Rolle spielt. Neben Lokalisierung (z.B. bei Foursquare) ist die Verknüpfung von Daten wie z.B. Fotos mit geographischen Angaben ein wichtiges Element.
Inzwischen besitzen viele digitale Kameras GPS, so dass jedes Bild mit einem Geotag versehen werden kann. Wenn diese z.B. bei Flickr oder Picasa hochgeladen werden können sie über die API der Dienste wiederum abgerufen werden.
Man kann an den Bildern schön erkennen, wo die Hauptattraktionen in den jeweiligen Städten liegen und wie sehr diese im Zentrum gebündelt sind. Zum Vergleich hier Tokyo:
In Tokyo gibt es anscheinend viele kleinere Points of Interest. Paris dagegen ist sehr stark zentralisiert:
Die beiden Cluster ausserhalb des Stadtzentrums sind La Defense im Nordwesten und Versailles im Südwesten.
Es ist natürlich wichtig im Kopf zu behalten, dass es sich hier um Fotos von Nutzern von Flickr und Picasa handelt, man kann davon ausgehen, das viele davon Urlaubsfotos sind. Das bedeutet, dass vor allem Dinge die für Touristen interessant sind so überproportional vertreten sind.
Das komplette Set mit 50 Fotos gibt es hier zum anschauen, übersichtlich als Kartenansicht. In unserer Fotogalerie ein paar weitere Beispiele, der Reihenfolge nach: New York, London, Berlin und Las Vegas.
…hört sich wie ein unflätiger Ausdruck an und ist in den letzten Tagen bestimmt auch des öfteren in diesem Sinne benutzt worden, zumindest von denen die es aussprechen können. Der Vulkan mit dem komplizierten Namen hielt in den letzten Tagen ganz Nordeuropa und Teile Südeuropas im Bann, denn die Aschwolken verursachten bis gestern die Sperrung der meisten Flughäfen in Europa.
Vorher gab es wenig Anlass darüber nachzudenken wie wichtig Flugverkehr heutezutage ist und wieviele Flugzeuge jeden Tag in Europa unterwegs sind. Das Ausmass der Flugsperre kann man beim Mashup RadarVirtuel beobachten. Hier werden Daten über Flugverkehr und die momentane Ausbreitung der Aschewolke mit GoogleMaps verbunden. Mitunter waren während der letzten Tage dort lediglich ein paar verlorene Flugzeuge zu sehen, so sah es noch vor zwei Tagen, am 20.04. aus:
Inzwischen, da sich der Flugverkehr wieder einigermaßen erholt hat sieht das so aus:
Und obwohl der Vulkan uns alle fast jeden Tag beschäftigt hat, vom Ausbruch selber und von der Situation in Island hört man verhältnismässig wenig. Zwei Bilderserien zeigen wie das ganze vor Ort aussieht: 1 2
Zwei Dinge die wir uns bei Nestoria mit Leidenschaft erfüllen sind Karten und Suche. Deswegen hier die zwei neusten Entdeckungen in diesen Gebieten, die ich den letzten Tagen gemacht habe.
Zuerst die abstrakten Karten von Christoph Niemann, zu sehen auf seinem Blog bei der NYTimes.
Die Illustrationen bedienen sich der Bildsprache von Karten um Dinge darzustellen, die mit Geographie eigentlich nichts zu tun haben. Hier zum Beispiel ist der wortwörtliche Weg vom Ei zum Omlett zu sehen. Eine sehr gelungene Kombination aus Informationsvisualisierung und Karten, wie ich finde. Es ist interessant, wie durch Farben und bestimmte Formen bei uns sofort die Assoziation einer Karte geweckt wird, ohne dass es sich um eine wirkliche Karte handelt.
Der zweite Teil der Reihe “Information visualisieren” folgt in Kürze.
Letztens bekam ich eine Mail von unserem Hausverwalter, als kleines Extra hatte er ein Bild von unserem (denkmalgeschützten) Haus aus dem Jahre 1975 angehängt. Auf diesem kleinen, schwarz-weiss Foto ist nur die Hälfte von dem da, was jetzt steht, und die Hälfte ist noch dazu ziemlich heruntergekommen. Da verzeiht man schonmal die ein oder anderen altersbedingten Probleme mit Wasserleitungen…
Jedenfalls finde ich es immer sehr interessant zu sehen, wie Häuser oder Städte früher aussahen. Da kommt die Seite SepiaTown gelegen.
Dort kann man sich mit Hilfe von Google Maps anschauen, wie bestimmte Orte sich verändert haben. Nutzer können Fotos (oder andere Bilder) hochladen und mit Orten verknüpfen. Dadurch entsteht eine schöne Sammlung von alten Bildern, die sonst vielleicht in Schubladen und alten Fotoalben auf dem Dachboden vergessen wären.
Bisher findet sich für Deutschland noch kein Eintrag, aber das kann ja noch werden. Die anderen Bilder sind aber auch interessant: Zum Beispiel die Tower Bridge in London, 1892 oder wie es in Manhattan aussah lange bevor die Twin Towers gebaut wurden.
Vor ein paar Wochen hatte ich das erste Mal die Idee, die Straßen meiner Kindheit aufzusuchen und meine Erinnerungen aufzufrischen. Da ich die ersten Jahre meines Lebens in Bielefeld verbracht habe und ich zugeben muss, dass mir sonst wenig einfällt was ich dort noch so tun könnte, war ich einmal mehr froh drum, dass es Google Maps gibt. Obwohl sich in der Zeit zwischen Mitte der 80er und den Aufnahmen von Google einiges verändert hat war es doch spannend bestimmte Orte als Erwachsene wieder zu sehen. Da ist der alte Stausee, der immer einmal im Jahr zum reinigen geleert wurde, wo Viola im Schlamm steckengeblieben ist, als wir trotz Verbot und Absperrung das Ufer hinabgeschlittert sind. Und dort, Stadion Rußheide, Arminia Bielefeld! Und da sind die Eisenbahngleise, an denen entlang wir getrottet sind und uns vorgestellt haben heimlich in einen Güterwagon zu steigen und durch die Welt zu reisen (vielleicht sogar bis Osnabrück!).
Jedenfalls, so eine Reise in die Kindheit, ganz ohne vom Schreibtisch aufstehen zu müssen, ist eine feine Sache. Noch netter wird das Ganze bestimmt, sobald auch in Deutschland Street View verfügbar ist. Wie wäre es bis dahin mit einer Reise in die Vergangenheit anderer Leute?
Heute bin ich zufällig über ein Projekt gestolpert, bei dem Street View dazu genutzt wird Eindrücke aus der Vergangenheit heraufzubeschwören. ZeFrank hat “A Childhood Walk” ins Leben gerufen, bei dem Menschen an eine Strecke aus ihrer Kindheit zurückdenken, diese mit Street View nachlaufen und dabei Erinnerungen wach werden lassen und aufschreiben. Dann machen sie Screenshots von den Orten die mit diesen Erinnerungen verknüpft sind und laden diese zusammen mit der Beschreibung in einer Galerie hoch. Das Projekt ist seit einiger Zeit zuende, aber in der Galerie findet man 13 Bilder zusammen mit Beschreibungen und eine Anleitung.
Durch die relativ schlechte Qualität der Bilder, die wie alte Fotografien oder durch Standbilder aus alten VHS Videos aussehen verstärkt sich der Eindruck, Ausschnitte aus der Vergangenheit anderer Leute zu sehen noch. Ich wünschte es gäbe noch mehr Bilder, ich finde das ist ein sehr gelungenes Experiment.
Klaus berichtet drüben beim GPSies Blog von einem neuen Spiel für Android und iPhone das bald erhältlich sein soll. Es basiert auf dem alten Spieleklassiker “Scotland Yard” und wenn man nach dem urteilt was Klaus so erzählt scheint es sehr viel Spass zu machen.
Mit Hilfe von GoogleMaps und mit GPSfähigen Mobiltelefonen ausgestattet ist ein Spieler wie üblich Mr. X und die anderen müssen ihn finden:
“Der Hauptteil der Software ist eine Google Maps Karte. Jeder Spieler ist dort als Spielfigur eingeblendet – jeder kann von jedem die Position auf dem realem Stadtplan sehen. Ein Spieler ist Mister X, dessen Position wird aber nur einmal in der Minute ermittelt.”
So wird die Stadt zum Spielfeld, wenn Mr. X nach 20 Minuten noch immer nicht gefunden wurde hat er gewonnen.
Ich finde das hört sich nach einer sinnvollen und spassigen Adaption des beliebten Dauerbrenners unter den Brettspielen an. Eigentlich naheliegend die Idee, mit GoogleMaps und GPS bietet sich das quasi an. Leider ist die Anwendung noch nicht für alle erhältlich (Klaus hatte Beziehungen und konnte schonmal vorab testen), aber sobald sie zu haben ist werde ich es sicher Mal austesten. Hier in London kann man ja eventuell sogar das Spielfeld nachstellen! Vielleicht nicht gerade jetzt im Winter, aber sobald der Sommer kommt ganz sicher!
In England sind alle auf der Suche nach der Stadt Argleton in Lancashire, die zwar auf GoogleMaps auftaucht aber in der Realität nicht zu finden ist.
Es handelt sich wohl um einen Fehler in den Kartendaten von Google, der im Internet in den letzten Tagen für sehr viel Spass gesorgt hat.
In Deutschland dagegen wird kurzerhand ein Dorf erfunden, um Werbung für eine Fernsehserie zu machen.
Finsdorf ist der Schauplatz der neuen Staffel von “Stromberg”, der deutschen Version der britischen Serie “The Office”. Um die vierte Staffel zu bewerben wurden eine Webseite und mehrere Werbevideos für das fikitive Dorf produziert. Gedreht wurden die Szenen im Frühjahr in Bornheim/NRW. Für alle, die jetzt von einem Leben in diesem “Juwel der Heide” träumen - wir sind stets zu Diensten!