Das Blog Information Is Beautiful ist immer eine gute Anlaufstelle für interessante und schöne Visualisierungen von denen wir hier auch schon viele vorgestellt haben.
Neben dem Buch, das übrigens auch auf deutsch unter dem Titel “Das Bilderbuch des nützlichen und unnützen Wissens” erhältlich ist, gibt es jetzt auch die erste animierte Visualisierung von David McCandless:
Verschiedene finanzielle Budgets und Schulden werden als Tetrisblöcke dargestellt und lassen sich so direkt miteinander vergleichen. Das erste Video bezieht sich auf die USA, das zweite dreht sich um Großbritannien und hat ein paar andere Zahlen zwischendrin.
Im Zusammenhang mit Daten und Internet ist es immer wieder interessant zu erfahren, wie es um die digitalisierte Welt so steht. Die Digital Life Studie von TNS präsentiert einen Überblick über die weltweite digitale Landschaft. Fast 50.000 Menschen wurden befragt, in 46 Ländern, das entspricht 88% der globalen digitalen Population
Nach verschiedenen Themen und Ländern aufgeteilt kann man sich durch nett gestaltete Visualisierungen klicken und verschiedene Länder vergleichen, hier zum Beispiel Deutschland und Brasilien:
Vor allem fällt auf, dass Brasilianer im Internet im Vergleich zu Deutschen mehr Freunde haben (231 zu 75) und viel jünger sind (28.9 zu 44.3). Dafür sind die Online-Aktivitäten allerdings erstaunlich ähnlich.
Auf jeden Fall eine Seite mit der man etwas Zeit verbringen kann. Schönes Wochenende!
Vorurteile sind ja generell eher etwas unschönes, ein Urteil das aufgrund von Klischees oder Hörensagen geformt wird und oft mit der Realität wenig zu tun hat.
Manchmal können sie aber auch eher belustigend sein und aufzeigen was andere über einen denken. Dies machen sich die Grafiken von Yanko Tsvetkov zu nutze. Er hat eine Reihe von “Karten der Stereotypen” für Europa erstellt, die Vorurteile verschiedener Nationen gegeneinander zeigen.
Deutschland schneidet dabei gar nicht mal so schlecht ab, zumindest die Franzosen halten uns für beste Freunde. Die Italiener halten uns aus irgendeinem Grund für Uhrensüchtig (?) und die Bulgaren schätzen unsere Autos. Was die Briten und die US-Amerikaner angeht… naja. Schwamm drüber.
Und wie sieht es mit unseren Vorurteilen gegenüber anderen aus?
Schweden = IKEA, ja, verstehe. Irland = Whiskey ist auch naheliegend. Österreich = Schnitzelreich, naja, ein zwei andere Sachen weiss man vielleicht schon über die Nachbarn (Ich meine, hallo: Schlagobers? Opernball? Falco? EAV!?)
Auch sind wir wohl in unserem Selbstbild eher gespalten. Während in Ostdeutschland das Proletariat haust, ist Westdeutschland fest in den Händen der Sparkasse. Aha.
Aber das ist es eben mit Vorurteilen: Am Ende handelt es sich meist nur um faule Abkürzungen, die die Vielschichtigkeit der Realität umgehen. Was sie aber mit ein wenig Abstand nicht weniger amüsant macht.
Heute freue ich mich ein besonderes Schmankerl für deutsche Freunde von Open Data und Visualisierungen zu präsentieren.
Die Webseite Offener Haushalt zeigt die Posten des Bundeshaushalts in übersichtlicher Form an und will einen Beitrag zu mehr Transparenz leisten. Die Daten werden ausgewertet und in offenen und wiederverwendbaren Datenformaten zugänglich gemacht.
Dies ist besonders interessant, da das Bundesfinanzministerium im Gegensatz zu anderen europäischen Regierungen bisher keine maschinenlesbaren Daten zugänglich macht.
In dieser Gallerie kann man sehen, wie die verscheidenen Posten über vier Ebenen heruntergebrochen werden können:
OffenerHaushalt.de ist ein nicht-kommerzielles Projekt der Entwicklergruppe Tactical Tools aus Berlin.
Mein Lieblingsfundstück der Woche und ein passender Einstieg ins Wochenende ist Mapnificent.
Stefan Wehrmeyer hat eine interaktive Karte gebaut, auf der dargestellt wird, welche Orte man innerhalb einer bestimmten Zeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann. Wir hatten mit Wo soll ich hinziehen vor einiger Zeit eine ähnliche Idee, bei der es aber vor allem um Reisezeiten im Zusammenhang mit potentiellen Wohnorten ging.
Mapnificent setzt den visuellen Aspekt fantastisch um. Die Karte sieht aber nicht nur schön aus (man kann u.a. zwischen farbig und hell/dunkel auswählen), sondern schafft es auch den wichtigsten Punkt zu erfüllen - dass man auf einen Blick sieht wohin man innerhalb der gewählten Zeit reisen kann.
Im Moment funktioniert Mapnificent für Berlin (alle öffentlichen Verkehrsmittel) und London (Nachtbusse), wo im Nachtmodus die Busverbindungen Licht ins Dunkle bringen.
In der Galerie ein paar weitere Bilder.
Ein schönes Beispiel für die Kombination von Informationsvisualisierung und Karten ist mir vor ein paar Tagen unter die Finger (den Mauszeiger?) gekommen: Doug McCune, Data Visualization Engineer hat ein 3D Modell aus Kriminalitätsstatistiken in San Francisco gebaut. Die Daten stammen von der öffentlichen DataSF Webseite, sind also echte Daten von 2009. Allerdings wurden sie geographisch zusammengefasst und künstlerisch bearbeitet - es geht hier eher um das Konzept und ein Stück Kunst als um 100% akkurate Daten.
Geotagging (auch Georeferenzierung genannt) ist eines der Elemente das im Trend um geographische Dienste eine Rolle spielt. Neben Lokalisierung (z.B. bei Foursquare) ist die Verknüpfung von Daten wie z.B. Fotos mit geographischen Angaben ein wichtiges Element.
Inzwischen besitzen viele digitale Kameras GPS, so dass jedes Bild mit einem Geotag versehen werden kann. Wenn diese z.B. bei Flickr oder Picasa hochgeladen werden können sie über die API der Dienste wiederum abgerufen werden.
Man kann an den Bildern schön erkennen, wo die Hauptattraktionen in den jeweiligen Städten liegen und wie sehr diese im Zentrum gebündelt sind. Zum Vergleich hier Tokyo:
In Tokyo gibt es anscheinend viele kleinere Points of Interest. Paris dagegen ist sehr stark zentralisiert:
Die beiden Cluster ausserhalb des Stadtzentrums sind La Defense im Nordwesten und Versailles im Südwesten.
Es ist natürlich wichtig im Kopf zu behalten, dass es sich hier um Fotos von Nutzern von Flickr und Picasa handelt, man kann davon ausgehen, das viele davon Urlaubsfotos sind. Das bedeutet, dass vor allem Dinge die für Touristen interessant sind so überproportional vertreten sind.
Das komplette Set mit 50 Fotos gibt es hier zum anschauen, übersichtlich als Kartenansicht. In unserer Fotogalerie ein paar weitere Beispiele, der Reihenfolge nach: New York, London, Berlin und Las Vegas.
Die Fussball WM rückt näher und langsam macht sich das auch hier im internationalen Nestoria Hauptquartier bemerkbar. Die ersten liebevollen Spitzen über das italienische Team, die deutsche Tragödie mit dem ausscheiden Ballacks und die ewigen Pechvögel England fliegen hin und her, nur unsere amerikanischen und australischen Kollegen sind seltsam zurückhaltend. Da wir noch vor Beginn der WM damit rechnen ein brasilianisches und ein französisches Teammitglied hinzu zu gewinnen bin ich zuversichtlich, dass bis dahin alle ausreichend aufgestachelt sind, damit die WM zu einem Fest des internationalen Austauschs wird.
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